Wenn ein Angehöriger am Herzen operiert wird: unterstützen, ohne zu verunsichern
Angehörige haben oft mehr Angst als der Patient selbst – der ist wenigstens in Narkose, Sie sitzen wach am Telefon. Diese Seite beantwortet die Fragen, die sich Partner, Kinder und Freunde stellen, und zeigt, wie Sie zur echten Stütze werden.
Was sage ich jemandem vor einer Herz-OP?
Der hilfreichste Satz ist selten "Das wird schon!" (klingt nach Wegwischen) und niemals "Mein Nachbar hatte da große Probleme" (Gift). Hilfreich ist: "Ich bin dabei. Was brauchst du von mir?" – und dann Konkretes übernehmen: Fahrten, Kliniktasche, Papierkram, das Zuhause vorbereiten. Und: Gehen Sie mit ins Aufklärungsgespräch – vier Ohren hören mehr als zwei, und Aufregung macht vergesslich.
Werde ich am OP-Tag angerufen? Wann gibt es Nachricht?
Das regeln Sie am besten aktiv vorher: Vereinbaren Sie mit der Station eine Uhrzeit und Telefonnummer für die erste Auskunft – viele Kliniken rufen nach der OP eine benannte Kontaktperson an, andere bitten um Ihren Anruf ab einer bestimmten Uhrzeit. Wichtig zu wissen: Zwischen OP-Beginn und "Sie können anrufen" vergehen oft sechs bis acht Stunden. Keine Nachricht bis in den Nachmittag ist normal und kein schlechtes Zeichen. Bestimmen Sie eine Person, die die übrige Familie informiert – damit nicht fünf Leute auf der Intensivstation anrufen.
Der erste Besuch auf der Intensivstation
Erschrecken Sie nicht über Schläuche, Kabel und Monitore – das ist Standardausstattung, kein Alarmzeichen. Sprechen Sie ruhig und normal, halten Sie die Hand, kurze Besuche sind besser als lange. Bringen Sie Brille und Hörgerät mit, falls noch nicht geschehen – beides schützt nachweislich vor Verwirrtheit. Und wenn Ihr Angehöriger Sie nicht erkennt oder Unsinniges sagt (Delir): nicht widersprechen, ruhig bleiben, sich vorstellen, das Personal informieren. Es geht vorüber.
Und Sie selbst?
Ein stabiler Angehöriger ist die beste Medizin, die Sie mitbringen können. Sorgen Sie für sich: Nehmen Sie am OP-Tag jemanden mit, essen Sie, gehen Sie zwischendurch an die Luft. Ihre Angst ist berechtigt – aber sie muss nicht am Krankenbett sichtbar sein.
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