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Die Reha nach der Herzoperation: Antrag, Dauer, Kosten und Ablauf

Von Dr. Svante Zipfel, Herzchirurg · Fachlich verantwortete Patienteninformation

Nach der Herzklinik kommt die Rehabilitation – für viele Patienten die zweite große Unbekannte. Dabei ist die Anschlussheilbehandlung gut organisiert, größtenteils bezahlt und einer der wichtigsten Bausteine für Ihr Langzeitergebnis.

Wer beantragt die Reha nach der Herz-OP?

Nicht Sie: Den Antrag auf Anschlussheilbehandlung (AHB) stellt der Sozialdienst der Herzklinik, während Sie noch dort liegen. Ihre drei Aufgaben: aktiv nachfragen, ob der Antrag läuft (spätestens am dritten Tag auf Normalstation), Ihr Wunsch- und Wahlrecht nutzen und eine Wunschklinik angeben – und unterschreiben.

Wie lange dauert die Reha – und wann beginnt sie?

In der Regel drei Wochen, meist stationär, mit Beginn direkt oder innerhalb von 14 Tagen nach der Klinikentlassung. Eine medizinisch begründete Verlängerung ist möglich – die Reha-Klinik beantragt sie beim Kostenträger.

Wer zahlt die Reha – und was kostet sie mich?

Für Berufstätige ist in der Regel die Rentenversicherung zuständig, für Rentner die Krankenkasse. Ihre Zuzahlung: 10 Euro pro Tag – bei der Rentenversicherung für längstens 14 Tage im Kalenderjahr (max. 140 €), bei der Krankenkasse für längstens 28 Tage. Wichtig und oft verschenkt: Bereits geleistete Krankenhaus-Zuzahlungen desselben Jahres werden angerechnet – Belege aufheben! Bei geringem Einkommen ist eine Befreiung möglich, und die ambulante Reha über die Rentenversicherung ist ganz zuzahlungsfrei.

Was passiert in der Reha-Klinik?

Die Reha ist kein Kurhotel und kein zweites Krankenhaus – sie ist ein Trainingslager unter ärztlicher Aufsicht: überwachtes Ergometertraining, Atem- und Bewegungstherapie, Schulungen zu Medikamenten und Ernährung, psychologische Unterstützung und der Austausch mit Menschen, die dasselbe hinter sich haben. Am Ende stehen die Abschlussuntersuchung und der Reha-Entlassungsbericht, mit dem Hausarzt und Kardiologe nahtlos übernehmen.

Kann ich die Reha ablehnen?

Können ja – sollten Sie aber nicht, auch wenn Sie sich "eigentlich fit" fühlen. Die Anschluss-Reha verbessert nachweislich die langfristige Prognose und ist der geschützte Rahmen, in dem Sie Belastung wieder lernen, statt zu Hause zu raten, was schon geht. Ein eigenmächtiger Abbruch kann zudem Leistungsansprüche gefährden.

Vertiefung im Ratgeber: Die komplette Reha-Planung ist der Premium-Teil des Herz-OP-Begleiters (Kapitel 22–26): der Reha-Tagesplan, alle Kostenregeln mit Anrechnungs-Tricks, die Aufgabenliste vor Reha-Antritt, die Reha-Tasche als Checkliste und die Nachsorge von Herzsportgruppe bis Wiedereingliederung.

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Wichtiger Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Patienteninformation und versteht sich als Begleitung und Unterstützung. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung und nicht das persönliche Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Arzt. Alle Angaben sind Orientierungswerte; verbindlich ist stets die Einschätzung Ihres Behandlungsteams. Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112.