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Wichtige Untersuchungen vor der Herz-OP: Was gemacht wird – und warum

Von Dr. Svante Zipfel, Herzchirurg · Fachlich verantwortete Patienteninformation

Bevor operiert wird, wird gemessen – gründlich. Jede dieser Untersuchungen hat einen konkreten Zweck: Sie machen die Operation planbar und sicher. Hier erfahren Sie, was auf Sie zukommt, ob es weh tut und warum die Klinik es braucht.

Herzkatheter (Koronarangiographie): die Landkarte der Gefäße

Über die Leiste oder das Handgelenk wird ein dünner Katheter zum Herzen geführt und Kontrastmittel gespritzt – so entsteht die exakte Landkarte Ihrer Herzkranzgefäße, nach der später operiert wird. Sie sind dabei wach, örtlich betäubt; die meisten spüren nur den Einstich und kurz ein Wärmegefühl vom Kontrastmittel. Die Untersuchung liegt bei den meisten Patienten schon vor der OP-Entscheidung vor.

Herzultraschall (Echokardiographie): die Pumpkraft und die Klappen

Der Ultraschall von außen zeigt Pumpkraft (die "EF", normal etwa 55–70 %), Klappenfunktion und Herzgröße – völlig schmerzfrei. Manchmal ist zusätzlich ein Schluck-Echo nötig: eine Ultraschallsonde wird wie bei einer Magenspiegelung geschluckt und zeigt die Klappen aus nächster Nähe. Klingt unangenehm, geht mit Beruhigungsspritze und Rachenbetäubung aber gut – und liefert bei Klappen-OPs entscheidende Detailbilder.

EKG, Röntgen/CT und Lungenfunktion

Das EKG dokumentiert den Herzrhythmus, Röntgen oder CT zeigen Herz, Lunge und – wichtig für die OP-Planung – den Zustand der Hauptschlagader. Die Lungenfunktion (kräftig in ein Mundstück pusten) sagt dem Narkose-Team, wie belastbar Ihre Lunge ist. Alles schmerzfrei.

Carotis-Ultraschall: die Halsschlagadern

Vor vielen Herzoperationen werden die Halsschlagadern per Ultraschall geprüft. Der Grund ist ernst, aber gut: Verengungen dort erhöhen das Schlaganfallrisiko während der OP – wenn man sie kennt, kann das Team gezielt gegensteuern. Fünf schmerzfreie Minuten, die Sicherheit bringen.

Blutwerte und der Zahnarzt-Check

Die Blutabnahme klärt Blutbild, Gerinnung, Nieren- und Leberwerte und die Blutgruppe. Und dann ist da noch die Untersuchung, an die kaum jemand denkt: der Zahnarzt. Entzündungen im Mund sind eine ernstzunehmende Keimquelle für den ganzen Körper – warum das vor Herzoperationen so wichtig ist, lesen Sie hier ausführlich.

Was Sie selbst mitbringen sollten

Alle Vorbefunde, die Sie haben: Arztbriefe, Katheter-Berichte, CDs mit Bildgebung, Medikamentenplan, Allergiepass. Doppeluntersuchungen kosten Zeit – was vorliegt, muss nicht wiederholt werden.

Vertiefung im Ratgeber: Im Herz-OP-Begleiter ordnet Kapitel 3 die Voruntersuchungen in den Gesamtablauf ein, Kapitel 1 erklärt, was Ihre Befunde bedeuten (inkl. Glossar mit 48 Fachbegriffen), und Kapitel 9 liefert die Fragen, mit denen Sie Ihre Ergebnisse im Arztgespräch besprechen.

Der Herz-OP-Begleiter: Ihr kompletter Weg durch die Operation

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Wichtiger Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Patienteninformation und versteht sich als Begleitung und Unterstützung. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung und nicht das persönliche Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Arzt. Alle Angaben sind Orientierungswerte; verbindlich ist stets die Einschätzung Ihres Behandlungsteams. Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112.